Psychologie, Neurowissenschaften, Psychotherapie Neurowissenschaften, Psychologie und Psychotherapie sind eng miteinander verbundene Disziplinen, die sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit dem Ziel befassen, menschliches Denken, Erleben, Verhalten und Leiden zu verstehen und zu beeinflussen. Sie unterscheiden sich vor allem im Fokus, in den Methoden und im Anwendungsgrad, ergänzen sich jedoch gegenseitig.

Die Neurowissenschaften untersuchen das Gehirn und das Nervensystem, einschließlich ihrer Strukturen, Funktionen, Entwicklung und molekularen sowie neuronalen Prozesse. Ziel ist es, die biologischen Grundlagen von Verhalten, Emotionen und mentalen Prozessen zu verstehen. Typische Methoden sind bildgebende Verfahren (z. B. fMRT), Elektrophysiologie, Biochemie, Tiermodelle und computergestützte Simulationen. Sie liefern damit die biologische Basis psychischer Prozesse, werden aber primär auf einer zellulären und systemischen Ebene betrieben.

Die Psychologie befasst sich mit dem Erleben und Verhalten des Menschen auf der Ebene des Individuums. Sie untersucht unter anderem Wahrnehmung, Denken, Emotion, Motivation, Lernen und soziale Interaktion. Ihre Methoden umfassen Experimente, Beobachtungen, Befragungen, psychologische Tests und statistische Modelle. Ziel der Psychologie ist es, Verhalten zu beschreiben, zu erklären, vorherzusagen und – unter bestimmten Bedingungen – zu verändern. Sie bildet den zentralen theoretischen Rahmen für das Verständnis psychischer Prozesse.

Die Psychotherapie stellt die praktische Anwendung psychologischen und neurowissenschaftlichen Wissens dar. Ihr Fokus liegt auf der Diagnose, Behandlung und Prävention psychischer Störungen sowie psychischen Leidens, nicht nur bei klinischen Erkrankungen, sondern auch bei belastenden Lebenssituationen. Zu den Methoden zählen je nach Verfahren verhaltens-, gesprächs-, traumatherapeutische, tiefenpsychologische oder systemische Interventionen. Ziel ist die Verbesserung von psychischer Gesundheit, Funktionsfähigkeit und Wohlbefinden. Moderne Psychotherapie ist evidenzbasiert, das heißt, sie stützt sich auf wissenschaftlich überprüfte Wirksamkeit.

Eine wichtige Brücke zwischen den Disziplinen bildet die Neuropsychologie, die untersucht, wie Gehirnfunktionen mit kognitiven und emotionalen Prozessen zusammenhängen.
Insgesamt folgen alle drei Bereiche implizit oder explizit dem biopsychosozialen Modell, das biologische, psychologische und soziale Faktoren gemeinsam betrachtet.

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